Nachhaltigkeit und Mehrwert unseres kleinen Forschungsprojekts St. Martin in Ermhof

An der von uns konzipierten und 2012 eingeweihten Historischen Informationsstätte St. Martin in Ermhof lud die Sulzbacher Kantorei und die evangelische Jugend des Dekanats Sulzbach-Rosenberg zu einem Multimediakonzert ein. An diesem Platz stand bis 1979 die im Kern karolingische Kirche St. Martin, deren Geschichte von uns in den Jahren 2006 bis 2008 in einem kleinen archäologischen Projekt erforscht wurde.

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Unter dem Motto „Am Anfang stand das Wort“ lag der Fokus in der Multimediadarstellung erzählten Geschichte auf dem Wirken des angelsächsischen Missionars Wunibald (* um 700, gest. ca. 761). Die um 777 von der Heidenheimer Nonne Hugeburc, verkörpert von Live-Darstellerin Felicitas Groth, aufgezeichnete Lebensgeschichte Wunibalds, die „Vita Wynnibaldi“, wurde dabei von Christina Wagner frei weiterentwickelt und ebenso sensibel wie stimmungsvoll vorgetragen. Sie lässt Wunibald, dargestellt von Kai-Uwe Starke, bei seinem für um 744 historisch verbirgten Aufenthalt „in regio ad Nordfilusa“ (in der Region an der Nordvils) auch nach Ermhof kommen und beim dortigen, noch heidnischen Ortsvorsteher Quartier beziehen. Dieser weigert sich trutzig, den von Wunibald gepredigten neuen Glauben anzunehmen. Durch ein Wunder, die Wiederbelebungdes ins Wasser gestürzten 3-jährigen Sohns des Ortsvorstehers, gelingt es Wunibald schließlich jedoch, den Fronherrn zu bekehren. Zu Ehren Gottes und des Hl. Martin will dieser nun eine Kirche in Ermhof errichten lassen. Durch ein weiteres Wunder kannWunibald in kurzer Zeit eine Holzkirche erbauen, die zur Keimzelle des christlichen Glaubens in der Region werden sollte.
Die Erzählung wurde durch schauspielerische Darstellungen, durch sparsame Schwarz-Weiß-Filmsequenzen auf großformatiger Leinwand und durch Chormusik aus dem 15./16. Jahrhundert eindrucksvoll untermalt.

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An dem Multimediakonzert waren rund 50 Personen zwischen 10 und 80 Jahren beteiligt. Idee, Gesamtleitung und Konzeption lagen bei Dekanatskantor Gerd Hennecke, der das Projekt mit großem Engagement umsetzte. Die Neukirchener Pfarrerin Anja Matthalm führte in den historischen Rahmen ein und vergaß dabei auch nicht, die für das damalige archäolgische Projekt verantwortlichen Personen und Unterstützer persönlich zu erwähnen und zu begrüßen. Im Sinne der Ökomene sprachen der Pfarrer der kath. Pfarrei Neukirchen Roland Klein und der evangelische Regionalbischof des Kirchenkreises Regensburg Dr. Hans-Martin Weiss Grußworte. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, nahezu alle Plätze an der Historischen Informationsstätte St. Martin waren besetzt.
Wir finden, solche Veranstaltungen sind gelebete Nachhaltigkeit und Erinnerungskultur archäologischer Arbeit. Ein großer und bleibener Mehrwert unserer Arbeit und sagen Danke.

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